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Eine aus Tausend – Ostern an Weihnachten auf Heron Island

In unseren Weltmeeren leben sieben Meeresschildkröten Arten. Die Schildkröten, die uns beim Tauchen und Schnorcheln meistens begegnen sind die Echte Karettschildkröte (Eretmochelys imbricata) und die Suppenschildkröte (Chelonia mydas). Die erste Phase des Lebens verbringen Schildkröten im offenen Wasser. Dort ernähren sie sich unter anderem von Plankton, Quallen und auch den quallenartigen Hydrozoen wie der Portugiesische Galeere. Ab einer gewissen Größe begeben sich Schildkröten in Küstennähe um mehr Nahrung zu finden. Nach etwa 20 Jahren wird eine Schildkröte geschlechtsreif.

Hawksbill turtle feeding on Soft coral<- Die Echte Karettschildkröte ernährt sich hauptsächlich von Schwämmen. Macht aber, wie in diesem Fall, nicht halt vor Weichkorallen. Manchmal fressen sie auch Anemonen. Ihr Mund ist im Vergleich zur Suppenschildkröte schnabelartig. Zwischen den Augen hat sie zwei Paare prefrontale Schuppen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Green turtleGreen turtle portrait <-Die Suppenschildkröte hat einene eher abgerundetes Gesicht. Außerdem hat sie nur ein prefrontales Paar Schuppen zwischen ihren Augen.

 

 

 

 

 

Heron Island im Süden des Great Barrier Reefs in Australien ist einer der Hauptnistplätze für Suppenschildkröten und gelegentlich für Unechte Karettschildkröten. Erste Schildkröten finden bereits im Oktober ihren Weg an den Strand. Im Dezember ist die Hauptzeit. Nächtlich kommen hier teilweise 30 Schildkröten um die Vollmondzeit an Land um ihre Eier zu legen. Eine Schildkröte kann bis zu vier mal pro Saison ihre Eier am Strand vergraben. Ein Gelege hat ungefähr 100 Eier. Etwa 60 Tage später graben sich die ersten Schildkrötenbabys aus ihren Nestern heraus. Statistisch gesehen wird eine Schildkröte aus Tausend an den Strand zurückkehren um ihre Gene in die nächste Generation zu bringen.

 

Pink whiprays in shallow water<-Auf dem Riffdach rund um Heron Island tummeln sich häufig Lila Stechrochen (Himantura fai). Meist ruhen sie hier bevor sie ausschwärmen um im Sediment nach Krebstieren zu suchen.

 

 

 

 

 

 

 

Heron Island ist zudem bekannt für seine Seevogelkolonien. Der Weisskopfnoddi (Anous minutus) brütet hier ungestört auf Ästen der Pisonia. Das Nest besteht aus Kot, der die Blätter der Pisonia zusammen hält. Gelegentlich verfangen sich die klettenartigen Samen im Gefieder der Noddis, so dass sie elendig zu Grunde gehen. Der tote Vogel trägt wiederum Nährstoffe in den Boden ein.

Black noddyBlack noddy Black noddy II

 

 

 

 

 

 

Gelegentlich kommt eine Schildkröte auch tagsüber an Land um ihre Eier zu vergraben. Zuerst sucht sie eine geeignete Stelle über der Wasserlinie. Sie beginnt mit allen Vieren ein „Body pitch“ zu graben. Ist der Sand feucht genug gräbt sie als nächstes mit den Hinterfüßen eine tropfenförmige“Egg chamber„. In diese Kammer lässt sie ihre Eier fallen. Anschließend füllt sie die Kammer wieder mit Sand auf. Klopft den Sand fest um anschließend ihre Spuren zu verwischen. Dieser anstrengende Vorgang dauert mehrere Stunden. Nicht selten probieren die Weibchen mehrere „Body pitchs“ bis sie eine geeignete Stelle für ihre Nachkommen gefunden haben. Finden sie keine geeignete Stelle kommen sie in den nächsten Nächten wieder.

 

Turtle nesting during the dayclose up egg chamber

closing the egg chamber

 

 

 

 

 

 

 

easter on christmas

<- Ostern an Weihnachten: Ein freiwillger Helfer übt sich als Schildkrötenmutter am Weihnachtsabend. Das ursprüngliche Nest war zu nahe an der Wasserlinie. Der Biologe gräbt ein sicheres Nest in das er vorsichtig das Gelege bettet.

Und so kommt die Jungfrau zu ihrem Kind…

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Welche Schildkröte habe ich gesehen? -> Online Bestimmungsschlüssel

patrick