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Clownfische im Freudentaumel – dank Conchita Wurst!

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Die Welle der Toleranz für Transgender, ausgelöst durch Conchita Wurst, erfreut auch die Anemonenfische: die Gesellschaft steht ihren häufigen Geschlechtsumwandlungen zunehmend wohlwollend gegenüber. Denn der größte Clownfisch in einer Anemone ist immer ein Weibchen, obwohl alle Anemonenfische als Männchen das Licht der Welt erblicken! Stirbt das Weibchen, wandelt sich das größte Männchen in der Anemone zu einem Weibchen um. Das zweitgrößte Männchen nimmt die Position des dominanten Männchens ein und wird sich mit dem neuen Weibchen – ehemals dominantes Männchen – verpaaren. So sparen sich Clownfische das lebensgefährliche Wechseln zwischen Anemonen auf der Suche nach einem Partner. Eine Geschlechtsumwandlung schützt vor dem sicheren Tod! Hat ein Anemonenfisch eine Anemone gefunden, wird er an diesem Ort bleiben, bis es ihm der Lauf der Zeit ermöglicht sich fortzupflanzen.

 

 

IMG_1384a <-Ein deutlicher Hinweis, dass du dich einer Anemone näherst: IMG_0076aZwei Rotmeer-Anemonenfische (Amphiprion bicinctus) schwimmen aufgeregt vor deinem Gesicht auf und ab.

Anemonenfische können ohne Anemonen nicht existieren. Von den 35 bekannten Seeanemonen bewohnen Anemonenfische 10 Arten. Üblicherweise leben mehrere Anemonenfische in einer Anemone. Das größte Tier ist das Weibchen. Das größte der vier Männchen in diesem Bild ist in der Hierarchie ganz oben, die anderen Tiere folgen der Größe nach. Im Vordergrund leuchtet das Gelege orange. ->

 

 

IMG_0083a Bis zu 1500 Eier legt ein Anemonenfisch nahe dem Anemonenfuß auf einer festen Unterlage ab. Das Gelege umsorgt hauptsächlich das Männchen. Emsiges Zufächeln von Wasser. Immer wieder lutscht das Männchen den Laich ab, als Schutz vor Verpilzung. Nach einer Woche schlüpfen die Larven und treiben mit der Strömung als Plankton davon.

 

 

 

 

IMG_1477aIMG_1477bNach 1-3 Wochen besiedeln die Jungfische das Riff und machen sich auf die Suche nach einer geeigneten Anemone. Der junge Anemonenfisch in diesem Bild misst noch keinen Zentimeter. Ebenfalls im Bild zu sehen: eine Putzergarnele – ein häufiger Bewohner von Anemonen.

 

 

 

 

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Bei Gefahr finden Anemonenfische Schutz zwischen den nesselnden Tentakeln. Andererseits schützen sie die Anemonen vor spezialisierten Fressfeinden, die sich von ihren Tentakeln ernähren. Das Nesselgift kann dem quirligen Fisch nichts anhaben, da sie den Schleim der Anemone schon im Kindesstadium auf ihren Körper übertragen. Dadurch reagiert die Anemone auf den Anemonenfisch so, als wenn sich die Tentakeln gegenseitig berühren. Einen fremden Fisch halten die Tentakeln fest und transportieren ihn zur Mundöffnung.

 

 

Ein Gedankenspiel zu „Findet Nemo“:

Ein Barrakuda frisst Nemos Mutter „Coral“. Endlich kann Vater „Marlin“ sich innerhalb einer Woche zu einem Weibchen („MarlinA“) umwandeln . Nemo legt einen Wachstumsschub hin und ist ab sofort (trotz „lucky fin“) das dominante Männchen in der Anemone. „Marlina“ und „Nemo“ werden viel Nachwuchs produzieren. Stirbt „Marlina“ wird Nemo zur Chefin („NemA“) in der Anemone und das zweite Männchen in der Hierarchie steigt zum dominanten Männchen auf, verpaart sich nun mit „Nema“ und bringt auch seine Gene in die nächste Generation Clownfische. Nemo könnte natürlich in Wirklichkeit niemals „Marlins“ Sohn sein.

Zumindest so steht die Geschichte in der einschlägigen biologischen Literatur geschrieben…

 

Literatur: Tropische Meerestiere, D. Eichler, 2001

 

 

 

patrick